Das Lied der Württemberger (Der reiche Fürst)

Text: Justinus Kerner   Musik: unbekannt

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Justinus Kerner gehörte zu einem Kreis Tübinger Romantiker, zu dem auch Ludwig Uhland zählte. 1818 schrieb er die Ballade "Der reichste Fürst", die schnell populär wurde. Er schrieb seinen Text zu einer Melodie, die nicht lange zuvor anonym entstanden war und zum ersten Mal 1801 in einem Liederbuch aufgezeichnet wurde. Auffallend sind die musikalischen Parallelen zur Marseillaise. Der früheste gemeinsame Abdruck von Text und Musik in dieser Form stammt aus dem Jahr 1823.
Auch später hatte diese Hymne für die Württemberger noch eine große Bedeutung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Landesteile Württembergs verschiedenen Besatzungszonen zugeteilt, womit sich die Württemberger allerdings nicht anfreunden konnten. Theodor Eschenburg schreibt dazu in seinen Erinnerungen an die Zeit der Verhandlungen um den Südweststaat:
"...der württembergische Patriotismus spielte eine starke Rolle. Unentwegt wurde das württembergische Nationallied (von Justinus Kerner) ,Preisend mit viel schönen Reden' gesungen, in dem die deutschen Fürsten ihre Länder loben und bei dem es Üblich war, dass die Leute die letzte Strophe, in der dem Württemberger, dem Grafen im Barte, der Preis zuerkannt wird, stehend sangen. Selbst die Kommunisten erhoben sich."


1 Preisend mit viel schönen Reden ¦:ihrer Länder Wert und Zahl,:¦
¦:saßen viele deutsche Fürsten :¦: einst zu Worms im Kaisersaal:¦

2 "Herrlich", sprach der Fürst von Sachsen, ¦:"ist mein Land und seine Macht;:¦
¦:Silber hegen seine Berge :¦: wohl in manchem tiefen Schacht.":¦

3 "Seht mein Land in üpp'ger Fülle", ¦:sprach der Kurfürst von dem Rhein,:¦
¦:"goldne Saaten in den Tälern :¦: auf den Bergen edlen Wein.":¦

4 "Grosse Städte, reiche Klöster," ¦:Ludwig, Herr zu Bayern, sprach, :¦
¦:"schaffen, dass mein Land den euern :¦: wohl nicht steht an Schätzen nach.":¦

5 Eberhard, der mit dem Barte, ¦:Württembergs geliebter Herr,:¦
¦:sprach: "Mein Land hat kleine Städte, :¦: trägt nicht Berge silberschwer.:¦

6 Doch ein Kleinod hält's verborgen - ¦:dass in Wäldern noch so gross,:¦
¦:ich mein Haupt kann kühnlich legen :¦: jedem Unterthan in Schoss.":¦

7 Und es rief der Herr von Sachsen, ¦:der von Bayern, der vom Rhein::¦
¦:"Graf im Bart, ihr seid der reichste, :¦: euer Land trägt Edelstein'!":¦



Auf am Wasa graset d'Hasa

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1 Auf am Wasa graset d'Hasa
ond em Neckar gampet d'Fisch.
Lieber will i gar kei Schätzle als en sotta Fledra wisch!

2 Muetter, muescht mer, schlah me’s Blechle,
Türleshosa macha lau;
dass i au so Türleshosa wie der Herr Provisor hau.

3 Gang mer weg mit Sametschuchla,
gang mer weg mit Bändele;
Bauramädla send mer liaber, als so Kaffeebembele.

4 Wo ne hau no kratzt ond bissa,
hot mir wölla koina küssa; seit i nemme kratz und beiß,
krieg i Küssla dutzendweis.

5 Kleine Kügela muss mer gießa,
wenn ma Vögela schießa will;
schöne Mädla muss mer lieba,
wenn mer schöne Weiber will.